Am vergangenen Mittwoch haben wir die besondere Freiflächen-Photovoltaikanlage in Fürfeld an der A6 besucht, die jährlich rund 6 GWh Strom erzeugt. Bei bestem Wetter konnten wir beobachten, wie die Schatten der senkrecht aufgestellten, über drei Meter hohen Module gegen 19:30 Uhr exakt bis zur nächsten Modulreihe reichen. Den höchsten Stromertrag erzielt die Agri-PV-Anlage entsprechend in den Morgen- und Abendstunden – also außerhalb der üblichen Solarspitzen im Stromnetz.
Die Abstände zwischen den Modulreihen von 13,6 Metern wurden dabei nicht primär nach Verschattungsaspekten gewählt, sondern orientieren sich an den Anforderungen der weiterhin betriebenen Landwirtschaft zwischen den Modulen. Während einige Vogelarten die Modulreihen gerne als Sitzstangen nutzen, um auf Mäusejagd zu gehen, wurde für die Feldlerche in unmittelbarer Nähe eine Ausgleichsfläche geschaffen.
Zwar reduziert sich die landwirtschaftlich nutzbare Fläche durch die Modulreihen geringfügig, da unter diesen jeweils schmale Blühstreifen verbleiben. Für den Landwirt bedeutet die Agri-PV jedoch eine höhere wirtschaftliche Stabilität: Durch Pachteinnahmen entsteht ein zusätzliches Standbein, das unabhängig von Witterungseinflüssen und internationalen Marktbedingungen ist.
Im Anschluss an die Besichtigung haben wir uns mit der BEG Kraichgau über weitere Projekte sowie die aktuell herausfordernde Situation der erneuerbaren Energien in Deutschland ausgetauscht. Für zukünftige Vorhaben wird es zunehmend wichtiger, direkte Stromabnehmer zu gewinnen – wie es bei dieser Anlage bereits erfolgreich mit John Deere umgesetzt wurde.
Als Genossenschaft bleibt es für die BEG Kraichgau zentral, Einlagen von Mitgliedern sowie Nachrangdarlehen aus der Region einzuwerben. Gleichzeitig hält sie an ihrem Anspruch fest, einen aktiven Beitrag zur Energiewende zu leisten und transparent über alle Projekte zu informieren.
Weitere Aufdach-Photovoltaikprojekte in Bad Schönborn, Hambrücken, Ubstadt-Weiher und Langensteinbach sowie eine zusätzliche Freiflächenanlage in Kraichtal befinden sich bereits in Planung.
Wir danken der BEG herzlich für die Gastfreundschaft und das ehrenamtliche Engagement für die Region!


