BürgerEnergie Bruchsal erkundet den Windpark Langenbrander Höhe
Wie laut sind Windräder wirklich? Wie hoch sind Windräder? Wie viel Fläche muss im Wald gerodet werden, um Windräder aufzustellen? Statt nur Zahlen und Fakten anzuschauen sind wir zum Windpark „Langenbrander Höhe“ in der Nähe von Pforzheim gefahren und haben uns das alles vor Ort angeschaut. Der Windpark Langenbrander Höhe wurde 2024 in vorwiegend nadelholzreichem Forst vom Betreiber BayWa r.e. errichtet. Bei unserem Spaziergang auf das Waldstück zu, sehen wir die vier Windräder gemächliche Kreise ziehen, denn sie sind mit 164 m Nabenhöhe natürlich extra so gebaut, dass sie über die Baumwipfel ragen und dort Wind ernten können. Doch kaum sind wir im Wald angekommen, sehen wir die Windräder nur noch selten durch die Baumlücken blitzen. Auf einem Schild neben dem Waldweg erfahren wir, dass eine Umdrehung eines Windrads mit 6 kWh genug Strom produziert, um 400 Tassen Kaffee zu kochen – nicht schlecht! Wer keinen Kaffee mag, könnte mit der Energie auch 48 h lang Playstation spielen. Die Vielseitigkeit von Strom ist ja gerade der Grund, warum wir Menschen Strom so lieben und leider auch abhängig davon sind.
Nach 10 Minuten Fußweg erreichen wir das erste Windrad. Wenige Meter vor dem Windrad hören wir ein leises Brummen – deutlich leiser als eine befahrene Straße, doch in der direkten Nähe des Windrads kann man es hören. Vor dem Windrad ist eine Schotterfläche, ungefähr so groß wie ein Fußballfeld, die für die Wartung frei bleiben muss. Zwei in Summe ähnlich große Flächen auf der anderen Seite des Weges und vor der Schotterfläche sind bereits mit Baumsetzlingen bestückt; relativ überschaubar der ganze Bereich!
Unser gemütlicher Spaziergang zu allen 4 Windrädern dauert ungefähr eine Stunde und die Windrad-Standorte unterscheiden sich kaum voneinander. Überall die gleiche Schotterfläche und viele Baumsetzlinge. Auf dem Weg zwischen den Windrädern sind die Flügel häufig gar nicht zu sehen oder fallen kaum auf. Es fühlt sich wie ein ganz normaler Waldspaziergang an: wir sehen gelagerte Baumstämme und ein Waldweg ist wegen Waldarbeiten gesperrt – wir müssen umkehren. Denn eins ist klar: Windräder können und sollen nur in bewirtschaftetem Forst errichtet werden. Geschützte Wälder und Bannwälder sind tabu und das ist auch gut so! Stimmen allerdings die Rahmenbedingungen kann so ein Windrad im Forst im Verhältnis zur gerodeten Fläche viel mehr CO2-arme Energie erzeugen als der Wald auf der Fläche CO2 binden kann oder das geerntete Holz an Energie liefert.
Auf unserem Rückweg treffen wir noch den dortigen Förster und können ihn direkt zu seiner Meinung zu den Windkraftanlagen in seinem Forstgebiet fragen. Die Windräder sind in seinen Augen zwar weder besonders schön, noch freut er sich über das Rauschen, wenn er im Hochsitz neben dem Windrad jagt. Trotzdem ist für ihn die Sache klar: „Ein Windrad muss sich rechnen. Ist das der Fall, ist Windenergie meiner Ansicht nach Teil der Lösung für den Klimawandel. Für den Windpark wurde eine vertretbare, kleine Fläche dauerhaft gerodet. Die Zuwege werden vom Betreiber super in Ordnung gehalten. Abbau und Entsorgung von einem Windrad sind im Gegensatz zum Atomkraftwerk unproblematisch. Auch das Wild gewöhnt sich an die Windräder und grast gerne neben den Freiflächen. Denn eine Lichtung im Wald ist auch ohne Eingriff des Menschen nichts ungewöhnliches. Für die Fledermäuse sind die Flügel zu hoch, denn sie fliegen tiefer. Zuletzt bekommt die Gemeinde durch die Pachteinnahmen wieder etwas finanziellen Spielraum.“
Gerne möchten wir allen Bruchsalern ebenfalls die Möglichkeit bieten, sich wie wir über die von der Stadt Bruchsal angebotenen Informationstermine hinaus zum Thema Windkraft zu informieren.
Wir denken, die beste Möglichkeit ist sich einfach einmal vergleichbare Windkraftanlagen im Wald anzuschauen.
Interesse? Mehr zu unserer Exkursion sowie die Anmeldung zur Veranstaltung finden sich hier:
WEA Tour am 25.11.2025, Abfahrt 14:30